Ein Gipsapostel und ein lachender Philosoph
umliegenden Felder und über Wiesen, die von Waldparzellen und kleinen Bächen durchzogen sind. Bäuerliche Wohnplätze, Weiler und Dörfer sind in der fruchtbaren Hohenloher Ebene zu finden. Kühe und Pferde weiden. Es wachsen Getreide, Mais, Zuckerrüben, Kartoffeln und Gemüse. So kommt es nicht von ungefähr, dass im Marktflecken Kupferzell das erste genossenschaftliche Getreidelagerhaus Baden-Württembergs (1897) gebaut wurde. Wilhelm Dutt, der Schultheiß von Kupferzell (1887 bis 1924) war die treibende Kraft. Er gründete in dieser Zeit die erste württembergische Getreideverkaufsgenossenschaft sowie Landwirtschafts- und Gewerbebank. Das Lagerhaus steht heute im Hohenloher Freilandmuseum Wackershofen, ebenso der frühere Bahnhof. Um die Landwirtschaft verdient gemacht hat sich auch Johann Friedrich Mayer, der im 18. Jahrhundert Pfarrer in Kupferzell war. Er wurde zum landwirtschaftlichen Experten.
Unter anderem empfahl er als erster den Bauern die Viehmästung im Stall und die mineralische Düngung, und zwar mit zermahlenem Gipsstein. Das brachte ihm den Ehrentitel Gipsapostel von Kupferzell ein. Er trat auch für eine verbesserte Dreifelderwirtschaft ein. Mayers Grab liegt auf dem Friedhof in Kupferzell. Dort ist auch der „lachende Philosoph“, Hofrat Carl Julius Weber (1767 – 1832), begraben. Sein „Denkmal der Liebe und Dankbarkeit“ steht an der Friedhofsmauer. Weber war ein Polyhistor – ein in vielen Wissensgebieten bewanderter Gelehrter. Ihn nennt man auch den Vorgänger Baedeckers. Er betrieb Reisestudien in ganz Deutschland und schrieb sie in seinen witzigen und geistreichen „Briefen eines durch Deutschland reisenden Deutschen“ nieder.